Freizeit, Kultur & Tourismus

 

Sehenswertes

 Samendarre

 


Vorwort:

Die Forstsamendarre Jatznick wurde 1922 als reine Nadelholzdarre im Auftrag der preußischen Forstverwaltung errichtet. Das technische Denkmal ist Eigentum der Landesforstverwaltung Mecklenburg-Vorpommern und gehört zum Forstamt Rothemühl. Sie produziert seit nunmehr 88 Jahren hochwertiges Forstvermehrungsgut und ist damit die einzige noch arbeitende Samendarre Norddeutschlands. Gleichsam ist die Samendarre in Jatznick die grösste Deutschlands.


Beschreibung:

Die Samendarre gliedert sich in zwei Bereiche: Zunächst die Saatgutaufbereitung und deren Lagerung, zum zweiten die Touristische Nutzung. In der Schaumanufaktur kann der interessierten Besuchern Einblicke in einen recht unbekannten Produktionszweig der Forstwirtschaft nehmen.  Informationsfelder, ständige Ausstellungen, Fossilien, Produktionsabläufe der Saatgutgewinnung oder der dendrologische Garten sind sehenswerte Attraktionen. Zu empfehlen ist auch eine Fahrt mit der Handhebeldraisine von der Samendarre in das 1,5 km entfernte Jatznick.

 

Geschichte:

Infolge des durch Deutschland verlorenen I. Weltkrieges und den durch die Siegermächte auferlegten Reparationszahlungen mussten riesige Holzmengen, insbesondere an Frankreich und Belgien, für die dortigen Kohlereviere geliefert werden. Damit die Forderungen der Siegermächte erfüllt werden konnten, wurden großflächige Kahlschläge gehauen. Besonders den brandenburgischen und pommerschen Wäldern wurden tiefe Narben zugefügt Die hierdurch entstandenen Kahlflächen mussten schnellstmöglich aufgeforstet werden, das setzte die Bereitstellung des erforderlichen Saatgutes voraus. Für die Bepflanzung der Kahlflächen wurden Nadelbaumarten favorisiert, da diese als relativ pflegeleicht und schnellwüchsig galten.

  

 

1922 Durch die günstige Lage zu den großen Waldgebieten in Vorpommern und Brandenburg, sowie gute Verkehrsanbindung an das Schien- und Straßennetz wurde Jatznick als Darrenstandort favorisiert. Nach entsprechenden Vorarbeiten wurde 1922 mit dem Bau der Kiefernsamendarre, als Sicherheitsdarre in Jatznick begonnen. Die Bauleitung wurde dem Geheimen Regierungs- und Baurat Kuno von Pentz übertragen.

 

 

1935 In der Nacht vom 27.12. zum 28.12.1935 wurde die Darre Jatznick durch ein verheerendes Feuer bis auf die Grundmauern vernichtet, der Zapfenspeicher wurde ebenfalls durch das Feuer zerstört. Nur der damals vorherrschenden Windrichtung war es zu verdanken, dass das Wohn- und Geschäftshaus nicht auch ein Opfer der Flammen wurde. Nach Aussagen von Zeitzeugen soll das Feuer durch einen Schornsteinbrand entstanden sein.

 

 

1936 Nach der Brandkatastrophe wurde bereits im Frühjahr 1936 der Wiederaufbau beschlossen. Die Ferdinandshofer Firma "Rambow Dampfsägerei und Baugeschäft“  erhielt den Zuschlag über sämtliche Zimmererarbeiten zum Wiederaufbau des Zapfenspeichers und des Darrgebäudes. Im Rahmen der Wiedererrichtung der Darre wurden auch neueste Erkenntnisse zum Darrwesen berücksichtigt. So wurde unter anderem ein Fahrstuhl zum innerbetrieblichen Material- und Personentransport installiert. Der Wiederaufbau der Darre und des Speichers wurden 1937 abgeschlossen. 

 

 

1945 Im Frühjahr 1945 wurde auch die Gemeinde Jatznick vom Krieg heimgesucht. Im Bereich des Bahnhofes stauten sich Flüchtlingstrecks und Wehrmachtseinheiten. In den Abend- und Nachtstunden vom 27.04. zum 28.04.1945 griffen sowjetische Jagdbomber den Bahnhof Jatznick im Tiefflug an. Laut Zeitzeugen forderte dieser Luftangriff viele Menschenopfer und richtete große Sachschäden auf dem Bahnhof und im Bahnhofsumfeld an. Von der Darre wurde das Wohn- und Dienstgebäude völlig zerstört, die Dächer der übrigen Gebäude wiesen teilweise erhebliche Schäden auf. Der Darrbetrieb brach völlig zusammen, eine weitere Produktion war unmöglich.

 

 

1952 Die Gebietsreform auf dem Territorium der DDR und die Schaffung Staatlicher Forstwirtschaftsbetriebe behinderten die geplanten Instandsetzungsarbeiten der Darre.

 

 

1965 wurde ein neues Sozialgebäude mit zwei Werkswohnungen an die Darre angebaut.

 

 

1973 Mit dem Bau des neuen Zapfenspeichers wurde der Samenkeller in den Speicher verlegt, dieser wurden bis 1973 genutzt, dann erfolgte der Bau von Kühlzellen außerhalb des Speichers. Die Darre in Jatznick war im Vergleich zu den vier Großdarren immer eine der Besten und  stieß so auf internationales Interesse.

 

 

1992  Durch die Wiedervereinigung werden Umstrukturierungsmaßnahmen vorgenommen  und die Darre der Kontrollvereinigung für forstliches Staat- u. Pflanzengut e.V. angeschlossen. In den darauffolgenden Jahren werden Maschinen angeschafft, um auch Laubhölzer und Früchte zu verarbeiten.

 

 

2006 Jüngster Umbau/ Ausbau der Forstsamendarre Jatznick als Stätte der historischen Produktion, Kommunikation, Lehre und Begegnung.  Hierzu wurde die Darre Restauriert, ein Tourismusgebäude sowie ein Dendrologischer Garten angelegt.

 

 



http://www.wald-mv.de

 

 

Mit freundlicher Unterstützung vom                   V E R M E S S U N G S B Ü R O   B O C K          Straße der Einheit 07 - 17309 Jatznick

www.vermessung-bock.de    -     service@vermessung-bock.de