Gemeinde & Ortsteile

 

Historisches

 Belling


1236....Namengebung des Ortes Belling durch den Ritter „Heinricus de Bellinge“ Belling ist einst ein slawischer Siedlungsplatz, welcher durch Kriege und Pest zerstört und entsiedelt wurde.

1250....Belling und andere Dörfer werden vermessen. Die Größe des Ortes ist mit 30 Hufen (ca. 550 Hektar) erwähnt.
1375 Im Landbuch Kaiser Karl |V. wird Belling (Belynghe) erstmals erwähnt. Das Geschlecht derer von „Lindstedt“ war hier begütert.

1416....Der damalige Besitzer, Rüleke von Lindstedt verkaufte das Dorf an den Senat und Provisors des Heiligen-Geist-Hospital zu Pasewalk.

1563....Aus dem Visitations-Receß von 1563 geht hervor, dass das Dorf Belling zum Einkommen des Heiligen-Geist-Hospital zu Pasewalk gehörte, daraus es freie Holzfuhren, Rauchhühner, Butter, Eier und Würste bezog. Das Mehl welches die Mühlen von Belling und Pappendorf liefern mussten, wurden gemeinschaftlich verbacken und dann verteilt.

1579....Herzog Ernst Ludwig führte 1579, zum Schutze des Waldes die Heideordnung im Amte Torgelow ein. In dieser heißt es: „Von der Belling´schen Hege muss ein Häuslein, darin der Heidereiter (Oberförster) des Berittes wohnen können, gebaut werden. Es sollte am Ausgang der Hauptstraße, zur Überwachung des Verkehrs erbaut und die übrigen (Wege) durch Verhaue gesperrt werden.“ So sollte der Holzdiebstahl bzw. die Verwüstung des Waldes Einhalt geboten werden. Es entstand die Heidereiterei Sauernkrug, benannt nach dem ersten Heidereiter Martin Sauren.

1610....Der Heidereiter, namens Peter Schulze wird am 14. Marty anno 1610 in seinem Saurenkrugschen Revier ermordet. Die geschichtliche Überlieferung nutzt der Autor, Heinz-Jürgen Zierke, für sein Buch „Das Gottesurteil“

1619....Billinger Bauern klagen beim Herzog über eine schreckliche Feuersbrunst, die am 19. Januar ihre Höfe, Stallungen und Scheunen bis zum Grunde vernichtete. Sie baten den Herzog um Bauholz aus der Heide zur Errichtung neuer Gebäude.

1627....Pommern wird unter Wallenstein von den Kaiserlichen besetzt und in den 30 jährigen Krieg (1618-1648) hineingezogen. Die alte Bellinger Kirche wurde in diesem Krieg zerstört.

1664....Aus diesem Jahr stammt die Bellinger Kirchenglocke. Gefertigt wurde diese in Stettin vom Glockengießer Georg Köckeritz. Die Glocke ist mit mancherlei, noch erkennbaren Abdrücken von Münzen und Medaillen versehen. Erkennbar ist der Sterbetaler auf Bogilav XIV., Gustav von Schweden mit einem Bild von Stettin und eine große Medaille mit der Büste der großen Kurfürsten.

1700....Die heutige Kirche wird in einem Zeitraum von 50 Jahren erbaut. In Ihrem inneren ist nebens sakralen Gegenständen ein ca. 300 Jahre alter Taufengel zu sehen.

1709....Die Pest wütet in unserer Region. Christian - Heinrich Böhler erhielt die Vokation des Pestpredigers, für deine dienste erhielt er von der Gemeinde Belling ein Gehalt von 12 Groschen.

1714....Das Holspital zum Heiligen Geist zu Pasewalk verkaufte das Dorf Belling an die Stadt Pasewalk mittels Contracts vom 20. März 1714. Den Kauf bestätigte die Königlich-Schwedische Regierung unter dem 22. April 1714, ohne der Ackerhof den die Stadt schon besaß, betrug des Kaufgeld für das Dorf mit allen seinen Gerechtigkeiten und Einkünften und mit Einschluss der dazugehörigen Wendefelder 1200 Taler. Im Jahr vorher hatte die Stadt Pasewalk, die von ihr in den Dörfern Zerrentin (welches halb zu Pommern und halb zu Uckermark gehörte) besessenen drei

Bauernhöfe für 1200 Taler an den Landrat von Eickstedt auf Koblentz verkauft und dieses Kaufgeld war zum Erwerb des Dorfes Belling verwand worden. Belling ist Stadteigentumsdorf über welches dem Magistrat als Vertreter der Stadt die Polizeiobrigkeit usw. zusteht.

1736....Der Küster zu Belling fing zwei Wölfe in einer Grube.

1777....Im Gebiet des ehem. Kreises Ueckermünde gab es im Jahr 1777 zur 28 Dorfschulen. Eine Dorfschule wurde in Belling eröffnet.

1780....Belling hatte ein ritterfreies auf Erbpacht vergebenes Vorwerk mit 310 Morgen und 50 Ruten Acker, an Wurten (Ländereien an Deichen) 5 Morgen und 3 Ruten. Das Dorf verfügte über eine Wasser- Mahl- u. Schneidemühle die auf Erbpacht vergeben war. Neun Bauern, 15 Kossaten und 16 Bündner bewohnten das Dorf, auch ein Krug war vorhanden. Die Kirche, welche einen Küster hatte stand unter der Schutzherrschaft des Königs. Sie wurde von Pasewalk aus betreut. Der Präpositus predigte in der Bellinger Kirche alle drei Wochen.

1783....wurde eine Instruktion zur Führung der Bellinger Kirchenbücher erlassen.

1782....Auf Anweisung Friedrich des Großen erfolgte die Anpflanzung von Maulbeerbäumen. In Belling wurden 50 Bäume gepflanzt. Die gewonnene Seide verkaufte man an das Königliche Seidenmagazin zu Berlin. An der ehem. Schule steht noch heute ein stattlicher Maulbeerbaum.

1797....ist in Belling eine Schützengilde gegründet worden. Die Fahne ist noch erhalten und befindet sich im Pasewalker Museum.

1807....Am 16. April 1807 sammelte Marschall Mastiener Verstärkung aus Stettin und überfiel die Schweden bei Belling und nahm 600 Gefangene. Zu dieser Zeit war Pasewalk und Ueckermünde von französischen Truppen besetzt und durch die Eintreibung hoher Kontributionen ausgepresst.

1813....Im Napoleonfeldzug 1813-1815 fielen vier Bellinger Bürger. Für die Verwundeten dieses Krieges führte man eine Sammlung durch.

1818....Mit der Bildung des Kreises Ueckermünde gab die Stadt Pasewalk das Kämmereidorf Belling gegen eine Entschädigung an den neuen Kreis ab. Belling wurde eine eigenständige Gemeinde.

1832....Die Bellinger Kirche erhält eine neue Orgel. Der Orgelbauer Grüneberg zu Stettin wurde mit der Arbeit beauftragt.

1840....Michael, Friedrich Witthuhn absolvierte die Brunnenmachermeisterprüfung und gründete in Belling das erste Brunnenbaugeschäft im Kreis Ueckermünde.

1847....Den Bau einer neuen Schule strebten die Gemeindevertreter schon lange an, dem wurde aber von übergeordneter Stelle nicht statt gegeben. Ein Um- und Ausbau des alten Schulhauses erfolgte im Jahr 1847.

1856....Durch zahlen eines Kapitals zum 18 fachen Betrag der Jahresrente, befreite sich die Gemeinde von den auferlegten Domainenabgaben. Die Befreiungsurkunde ist ausgestellt am 4. Januar 1856 und trägt die Nr. 2435.

1860....Die Gemeinde Belling hat ihren jetzigen Begräbnisplatz am 28. März 1860 von der Kirche für 20 Taler gekauft und ihn mit einer Steinmauer umgeben. Die alten gemauerten Eingangstore stammen aus dieser Zeit und sind unter Denkmalschutz gestellt.

1869....Der Bellinger Kirchenturm wird errichtet. Die Glocken im Dachwerk der Kirche versetzt man in den neu erbauten Turm ein Jahr danach.

1876....Auf dem Begräbnisplatz ließ die Kirchengemeinde auf eigene Kosten ein Leichenhaus erbauen, welches sie der Gemeinde kostenlos überließen.

1892....Am 9 August ging die, dem Gutsbesitzer Darheim zu Belling gehörige Wassermühle samt Ländereien, für den Preis von 18.000 Goldmark, an den Müllermeister Georg Hidde aus Paewalk über.

1895....Die Gemeinde Belling beschließt die Übernahme der Schulunterhaltungskosten.

1895....Bellinger Bauern werden Teilhaber der Jatznicker Molkerei.

1902....Mit Sitz in Belling gründete man eine ländliche Spar- u. Darlehnskasse.

1915....Kommerzienrat Krüger aus Berlin schenkte seinem Geburtsort Belling eine Kirchturmuhr.

1918....Eine Gedenktafel in der Kirche erinnert an die gefallenen Soldaten des I. Weltkrieges.

1919....Erfolgte die Elektrifizierung des Ortes.

1927....In Belling wir die Freiwillige Feuerwehr gegründet.

1932....Durch die Auflösung der Gutsbezirke, wurden die Amtsbezirksgrenzen verändert. Somit erfolgte die Neugründung des Amtsbezirkes, Belling, Sandförde, Dargitz, Schönwalde u. Scholzenburg.

1933....Am 13 August wurde mit einem großen Fest die Einweihung des Schießstandes des Schützenvereins gefeiert.

1939....Der II. Weltkrieg brach aus und forderte auch unter der Bellinger Bevölkerung zahlreiche Opfer. Weit über 30 Männer sin in diesem sinnlosen Kreig gefallen bzw werden bis heute vermisst.

1945....Eine einziges Chaos herrschte nach dem Ende des II. Weltkrieges, begleitet von Hunger Not und Elend. Zahlreiche Familien die ihre Heimat in Hinterpommern verlassen mussten siedelten sich in Belling an. Die Lebenslage der Bevölkerung normalisierte sich ganz langsam. Gefallene u. Vermisste des || WeltkriegesAm südlichen Ortseingang von Belling entstanden acht Neubauernhäuser. Die Forderungen über die Bodenreform führte zur Enteignung des hiesigen Gutsbesitzers Schmidt. Die Landwirtschaftliche Fläche von 187 Hektar kam in den so genannten Bodenfond. Er wurde an Landarme Bauern, kleinen Pächtern, Landarbeitern u. Neusiedlern aufgeteilt. Es begann auch in Belling eine neue Zeit, die wirtschaftlichen Strukturen hatten sich verändert. Belling stand unter sowjetischer Militärverwaltung. Sympathisanten der neuen Verwaltung denunzierten und verleumdeten Bürger, die mit hohen Gefängnis-, ja sogar mit Zuchthausstrafen belegt wurden.

1949....Mit der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik begannen die sozialistischen Zeitepoche. Eine Grenze zerschnitt Deutschland und teilte es in zwei Staaten. Sie teilte auch unsere Region, Vorpommern von Hinterpommern welche künftig unter polnischer Verwaltung stehen sollte.

1950....Auf der Gemeindevertretersitzung, am 12.06.1959 wurde der Zusammenschluss der Gemeinde Belling mit der Gemeinde Sandförde beschlossen. Ab 1951 besteht die Gemeinde Belling mit Ortsteil Sandförde.

1953....Gründung der ersten Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft in Belling. Von 1953 – 1956 wirtschaftete die LPG als Typ | mit genossenschaftlicher Viehhaltung. Im Zuge der Weiterentwicklung ging sie ab 1956 zur höheren Stufe, dem Typ ||| über. Die LPG bestand bis zur Wiedervereinigung 1990 und war der größte Arbeitgeber im Ort.

1955....Entstanden die genossenschaftlichen Stallanlagen.

1961....Die gesamte Landwirtschaft des Dorfes befand sich unter genossenschaftlicher Verwaltung. Diese Zeit nannte man den „Sozialistischen Frühling“.

1958....Ein ländliches Einkaufzentrum, der s.g. Konsum wurde erbaut.

1959....Wurde der Schlauchtrockenturm am alten Spritzenhaus der Feuerwehr erbaut.

1961....Vom Gemeinderat Belling wurde nach eingehender Beratung der Verlegung des hiesigen Standesamtes nach Pasewalk zugestimmt.

1961....16 Mitglieder gründeten die Billinger Jagdgesellschaft.

1966....Bau einer Trauerhalle auf dem Bellinger Begräbnisplatz.

1970....Die Bellinger Schule wird geschlossen. Die Kinder besuchten seit dieser Zeit die Schule in Jatznick bzw. das Gymnasium in Pasewalk.

1975....Durch die Abtragung des Bellinger Sandberges, verändert sich die natürliche Lage des Ortes. Der Sand wurde als Füllmaterial für die Pasewalker Umgehungsstraße benötigt.

1978....Die Ortsgruppe des Deutschen Anglerverbandes wurde in Belling gegründet.
1986 Der einzige Neubaublock mit 6 Wohneinheiten entsteht in Belling.

1989....Wiedervereinigung beider deutscher Staaten, die politischen u. wirtschafttlichen Strukturen veränderte sich.

1992....Ausbau des zentralen Wasser- u. Abwassernetzes, welche 1994 übergeben wurde. Gleichsam bekam jeder Haushalt einen neuen Telefonanschluss.

1993....Das ehem. Gebäude der Bellinger Schule wurde zum Gemeindehaus der evangelischen Kirche ausgebaut. Da das Gebäude finanziell für die Kirche nicht mehr tragbar war, wurde das Gebäude 1999 verkauft.

1996....Die Bundesstraße 109 durch Belling wird erneuert. Gleichzeitig werden die beidseitigen Geh- u. Radwege erneuert u. ausgebaut.

1999....Fertigstellung des neuen Feuerwehrzentrums in Belling.

2001....Ab dem 01.01.2001 gehört Belling zur Gemeinde Jatznick. Seit 1818 war Belling einen eigenständige Gemeinde. Durch die Fusion gab das Dorf die Eigenständigkeit auf und ist nun ein Ortsteil von Jatznick.

2005....Der Neubau des Radwegenetzes zwischen Pasewalk – Belling – Sandförde und Jatznick erfolgte in Etappen. Im Jahr 2010 konnte dieser fertiggestellt werden.



Die Chronik von Belling wurde durch Dietlind Ehlert zusammen gestellt.


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